|
Stellen Sie sich vor, Sie malen ein Bild. Sie nehmen dazu keine Farben, sondern Sie malen es mit Holz. Holz hat verschiedene, schöne Naturfarben. Holz hat eine unterschiedlich starke Maserung. Das ist Ihre Palette. Statt einen Pinsel verwenden Sie ein Messer. Damit fügen Sie Ihr Bild aus lauter kleinen Holzteilen zusammen. Sie verwenden dafür dünne Holzschichten (Dickfurniere bis 2 mm), ein gut geschliffenes Handmesser und schneiden aus freier Hand. Bei Einlegearbeiten, zum Beispiel für einen Tisch oder einen Boden, werden grössere Materialstärken mit einer Säge zugeschnitten. Von Boulle-Technik spricht man, wenn ein Positiv-Negativ-Verfahren genutzt wird. Dies ist sowohl mit dem Messer oder mit der Säge möglich, eignet sich aber nur für den Einsatz weniger, meist zweier Holzfarben. Dabei werden die zwei Holzschichten genau übereinander gelegt und gleichzeitig geschnitten. So erhält man zwei Bilder gleichzeitig, eines mit hellem Hintergrund und dunklem Ornament und eines mit dunklem Hintergrund und hellem Ornament, eben ein Positiv- und ein Negativbild. Ein typischer Einsatzbereich sind ornamentale Tischeinlagen. Die feine Sägefuge wird anschliessend gespachtelt. Diese Technik eignet sich nicht für Bilder, weil die Fugen störend wären. Bilder werden ausschliesslich einzeln von Hand zusammengefügt. Selten werden in Intarsien auch andere Materialien als Holz eingearbeitet, zum Beispiel Perlmutt, um Glanz zu erreichen. Es gab auch Intarsienschneider, die eingefärbtes Holz einsetzten, zum Beispiel grün eingefärbtes für die Blätter einer Rose. Wieder andere erreichen Farbschattierungen durch leichtes Anbrennen der Ränder. Thomas Moser bevorzugt es, natürliche Materialien und ausschliesslich Holz zu verwenden, denn der Reichtum an Strukturen und Nuancen ist gross genug und die Einschränkung der Farben gleichzeitig der Reiz, innerhalb dieser eine ausgefeilte Lösung zu finden. |
||||||||